Solitude-Serenade


Zwei literarische Quellen kommen in meinem Solitude-Nocturne für Piccolooboe (der Name bezieht sich auf das Schloß Solitude bei Stuttgart) zusammen. Zum einen die psychoanalytisch-anthropolgische Sicht Lou Andreas-Salomés über Erotik ("... und daß Zwei nur dann Eins sind, wenn sie Zwei bleiben"), zum anderen ein Aphrorimus über das Glück aus Adornos Minima Moralia, wonach dem Zustand das Glücks das Vergessen der Zeit, sowohl des Augenblicks wie des Hineingekommenseins und Herausfindens, innewohnt, so daß das Glück nur als dankbare Erinnerung bewußt werden kann.
Solitude-Sérénade, eine Anregung von Ernest Rombout, ist die Ensemblefassung dieses Solostücks, das unverändert übernommen wurde, wobei das Ensemble die Funktion hat, die langgezogene Linearität der Solostimme mit einem harmonisch determinierten Klangraum zu versehen. Solitude-Sérénade ist - das sei angefügt - das Schlußstück meines Angelus-Novus-Zyklus und wird am Ende meines Musiktheaterwerks Angelus Novus erklingen.
Claus-Steffen Mahnkopf

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