"il faut continuer"


"il faut continuer, je vais continuer" - so endet Samuel Becketts Roman "L'Innommable" und bezeichnet eine der zentralen ästhetisch-ethischen Imperative der künstlerischen Hochmoderne. Trotz der Katastrophe gilt es weiterzumachen und die eigenen Projekte voranzutreiben. Als Beckett Ende 1989 starb, wollte ich musikalisch antworten - mit einem Ensemblestück, dessen gestische Welt jedoch nicht den Erfrierungs- und Erstickungszustand der Beckettschen Antihelden in einer illustrativen Manier reproduziert. Ich entschied mich vielmehr für einen latenten Trauermarsch, der an verschiedenen Episoden mit durchaus luxurierendem Gepräge entlangschreitet, denen jedoch keine formale Konsequenzen eigen sind, so daß das anfängliche Interesse an ihnen sich als ein Desinteresse entpuppt. Das Subjekt zieht sich, halb apathisch, halb depressiv, zurück und kehrt der sinn-manischen Welt den Rücken.

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